Schulchronik


1780 - 1980

Für unsere Großgemeinde Berg, zu der früher die Dörfer Vischel, Weißenrath, Berg, Freisheim, Vellen, Häselingen und Krälingen gehörten, gab es 1780 eine Schule in Vischel. Diese Schule wurde nur im Winter geöffnet und von wenigen Schülern besucht.

Erst um das Jahr 1860 wuchs die Schülerzahl so gewaltig an, das der Schulbezirk Vischel geteilt werden mußte.

1862 teilte man den Schulbezirk so auf, daß die Dörfer Krälingen, Häselingen und Vellen einen Schulbezirk mit ungefähr 60 Kinder bildeten.

Da die Schülerzahl in der Schule zu Vischel weiter stieg, und der Schulsaal über der Lehrerwohnung zu klein wurde, beschloß der Gemeinderat in Berg, einen Schulsaal in einem Privatgebäude zu mieten. Es sollten die Kinder aus Berg, Freisheim und Vischel in dieser neuen Schule unterrichtet werden. Die Kinder aus Weißenrath wurden der Schule in Altenahr zugeteilt. Die Schule zu Vischel wurde geschlossen und das Gebäude an den Gastwirt August Kündgen, Küster und Organist zu Vischel, verkauft.

Im Jahre 1900 war die Schülerzahl für die Schule in Berg auf 87 Schüler angewachsen. Da es zu der Zeit noch keine Schulpflicht gab, besuchten die Kinder in den Sommermonaten die Schule nur sehr unregelmäßig. Viele Schüler wurden für das Sommersemester beurlaubt.

Der Schulsaal in Berg reichte nicht mehr aus.

In Freisheim machte man sich deshalb Gedanken, ein neues Schulhaus zu bauen, das auch die Berger Kinder aufnehmen sollte.

Der Schulsaal in Berg wurde dem Gastwirt Johann Schüller verkauft, der daraus einen Tanzsaal machte.

Am 1. März 1913 übernahm Christian May die Schule in Freisheim. Schulinspektor war Dr. Laufen, Pfarrer von Vischel. Für die Kinder begann eine harte Zeit. Bis zu 97 Kinder besuchten die Schule in Freisheim. Hunger und Elend waren an der Tagesordnung, Krankheiten und Seuchen schwächten die Bevölkerung, und dann brach 1914 der große Krieg aus.

Kinder mußten die Feldarbeit verrichten. Sie wurden monatelang von der Schule beurlaubt. Ein geregelter Unterricht fand nicht statt.

Im Jahre 1920 besuchten 51 Kinder aus Berg die Schule in Freisheim. Der Gemeinderat faßte den Plan in Berg einen eigenen Schulsaal zu errichten. Es sollte noch keine eigene Schule mit Lehrerwohnung sein. Deshalb wurde der ehemalige Schulsaal von dem Gastwirt Schüller für 5 Jahre gemietet unter der Bedingung, daß dreimal im Jahr - wie bisher üblich - darin Tanzmusik veranstaltet werden konnte. Im April 1922 fanden dann die Einweihung und die dörfliche Feier des frisch geschmückten Schulsaales statt. Lehrer war Bruno Labes.

Diesen Zustand konnte man jedoch nicht lange halten. Als sich die Rentenmark langsam wieder etwas stabilisierte, beschloß der Gemeinderat 1924, einen neuen Schulbau in Berg zu errichten.

Durch einen Grundstückstausch mit dem Landwirt Hubert Schüller erwarb die Gemeinde das Schulgrundstück, das zu der Zeit noch am Ende des Dorfes lag.

Ausschachtungsarbeiten und das Anfahren des Baumaterials wurden von den Bürgern im Frontdienst ( Eigenleistung ) getätigt. Der Schulsaal wurde zu Ostern 1925 seiner Bestimmung übergeben. Nun hatte die Gemeinde drei Schulen.

1925 wurde in Krälingen eine ländliche Fortbildungsschule eingerichtet. Es gab 8 Pflichtschüler ( 14 bis 17 Jahre ) und 25 freiwillige Schüler. Der älteste Schüler war 26 Jahre. Zwei bis dreimal in der Woche wurde abends um 6 Uhr unterrichtet in Landwirtschaft und Weinbau. Jeder Schüler mußte zwei Mark Schulgeld bezahlen. Die Eltern konnten die Schulbücher nicht kaufen, so daß die Gemeinde hier einspringen mußte. Verdienstmöglichkeiten gab es in der Gemeinde nicht.

Die Schulkinder waren schwach und kränklich. Öfter mußte die Schule für Wochen geschlossen werden, weil die Kinder wegen ansteckender Krankheiten die Schule nicht besuchen konnten. Im Jahre 1934 besuchten 76 Kinder die Schule in Krälingen. Da die Schule aber nur 51 Sitzplätze hatte, wurde der Unterricht teil- weise auf den Nachmittag verlegt. Turnen und Handarbeit waren nachmittags. (Die alte Schule ist das Eckhaus in Oberkrälingen Ahrstraße Ecke Pützstraße)

1936 endlich faßte der Gemeinderat den Beschluß, eine neue Schule in Krälingen zu bauen.

Am 22.11.1938 konnte Lehrer Nischalke in die neue Schule einziehen. Viel Freude hatten die Kinder an ihrer neuen Schule nicht, denn schon bald wurde sie geschlossen, weil Soldaten, die die Westgrenze sichern sollten, einquartiert wurden.

Der Westwall wurde für die Bevölkerung der Gemeinde Berg zur großen Belastung. Kinder, Jugendliche und alte Leute bis 70 Jahre mußten an dem Erdwall arbeiten. 1943/44 war auch noch ein sehr strenger Winter, so daß Lehrer Bartholome die Schule schloß.

Am 16.7.1964 stand auf der Tagesordnung des Gemeinderates "Neubau einer gemeinsamen Schule". Leider kam dieser Beschluß nicht zustande. Die Schulen der Gemeinde waren in einem sehr schlechten Zustand. Einklassenschulen konnten den Unterrichtsstoff nicht mehr schaffen. Kinder der kleinen Dorfschulen waren benachteiligt. Deshalb beschloß man, das 9. Schuljahr nach Dernau zu schicken, weil in Altenahr für unsere 19 Kinder kein Platz war. Das war 1968. Im Schuljahr 1970/71 wurde auch das 7. und 8. Schuljahr von Krälingen nach Dernau geschickt.

Im August 1973 wurden alle drei Schulen der Gemeinde geschlossen, weil in Altenburg eine neue Schule gebaut worden war. Der Elternrat der Gemeinde war mit der Entscheidung des Kreisschulamtes nicht einverstanden. Die beiden noch bestehenden Schulen wurden zu einer Schule zusammengeschlossen mit dem neuen Namen Grundschule Berg.

Der Schulsaal in Berg stand leer. Nun wurden in Freisheim das 1. und 2. Schuljahr unterrichtet; und das 3. und 4. Schuljahr in Krälingen untergebracht.

Im Jahr 1980 wurde das 1. und 2. Schuljahr nach Berg verlegt, weil das Schulhaus in Freisheim zum Kindergarten umgebaut werden sollte.

2002-03-20 | Alfred Schwanekamp


1995 - 2014

SCHULERWEITERUNGSBAU

Am 2.10.1995 wurde der Schulerweiterungsbau genehmigt. Die Ausschachtungsarbeiten begannen. Nach einer Woche wurde die Betonplatte gegossen. Nach einer weiteren Woche standen die Außenmauern aus Beton. In der zweiten Dezemberwoche war der Bau der Heizungsanlage fertig. Nach den Osterferien, seit dem 15.4.96, befand sich nun die gesamte Schulgemeinde im Erweiterungsbau. Alle Schülerinnen und Schüler der Gemeinde waren erstmals in einem Gebäude untergebracht. 83 Schülerinnen und Schüler mit fünf Lehrpersonen zogen also ein: Alfred Schwanekamp als Schulleiter Birgit Hilberath Renate Kretzer Waltraud Reiche-Kutzner und Ingrid Schrammel als Klassenleiterinnen. Am 8.5.1996 fand die Einweihung des Erweiterungsbaus statt. Pastor Walter Alfter aus Altenahr und Pastor Bach aus Bad Neuenahr-Ahrweiler wurden dazu eingeladen. Herr Bürgermeister Erwin Kessel übergab Herrn Schulleiter Alfred Schwanekamp die Schlüssel der neuen Schule. Am 15.6.1996 veranstaltete das Kollegium einen Tag der offenen Tür, um der Gemeinde Gelegenheit zu geben, sich die neue Schule anzusehen.


VOLLE HALBTAGSSCHULE

Im Schuljahr 1998/1999 wurde in Rheinland-Pfalz die Volle Halbtagsschule eingeführt. Das 1. und 2. Schuljahr haben täglich bis 12.00 Uhr und das 3. und 4. Schuljahr täglich bis 13.05 Uhr Unterricht. Ein betreutes Frühstück von 15 Minuten sowie Englischunterricht im 3. und 4. Schuljahr gehören zum Konzept. Das Kollegium formierte sich neu: Im Schuljahr 97/98 wird Frau Katharina Kesternich, im Schuljahr 98/99 wurden Frau Bernadette Schneider und Frau Alexandra Schäfer neu eingestellt. Da Herr Schwanekamp längerfristig erkrankte, übernahm Birgit Klersy (geb. Hilberath) ab 1.2.1999 die komissarische Leitung der Schule.


WALD-JUGENDSPIELE RHEINLAND-PFALZ

Die Schüler der Klasse 3 der Grundschule Berg errangen bei den Wald-Jugendspielen in Hochacht den Titel: 1. Sieger mit 2004 Punkten. Seitdem nahmen alle Drittklässler unserer Grundschule regelmäßig an dieser Veranstaltung teil.


SPORTFEST

Am 2.2.1999 wurde der Verein der Freunde und Förderer der Grundschule Berg (ViFö) gegründet. Frau Renger-Alemeier und Herr Nitschke aus Berg übernahmen den Vorsitz.


NEUE SCHULLEITERIN

Am 1.2.2000 wurde Birit Klersy von Regierungsschuldirektorin Christel Sennlaub offiziell in das Amt als Schulleiterin eingeführt. Die Feierstunde fand am 25. 2.2000 statt. Verbandsbürgermeister Achim Haag, Pastor Axel Spiller, Schulelternsprecherin Frau Renger-Alemeier und Bürgermeister Erwin Kessel hielten die Festreden. Das Lehrerinnenkollegium gestaltete mit den Kindern der vier Klassen ein buntes Programm.


NEUER SCHULNAME

Anlässlich der Namensgebung „Vischeltalschule- Grundschule der Gemeinde Berg“ gestaltete der Förderverein in Zusammenarbeit mit dem Lehrerinnenkollegium am 23.9.2000 ein Schulfest. Zu den Gästen zählten Frau Regierungsschuldirektorin Christel Sennlaub, Verbandsbürgermeister Achim Haag, Ortsbürgermeister Erwin Kessel, Rektorin Brigitte Blüm, Personalrat Bernd Schlesiger und der ehemalige Schulleiter Alfred Schwanekamp. Pastor Axel Spiller und die Gemeindereferentin Frau Kremer vertraten die Pfarrgemeinde. Die Schülerinnen und Schüler gestalteten ein Banner mit dem neuen Schulnamen.


KINDERBÖRSE

Am 20.10.2001 veranstaltete der Förderverein zusammen mit dem Lehrerinnenkollegium eine Kinderbörse. Ein neues Spielgerätehaus wurde aufgestellt und erfreute die Schulgemeinde.


INTERNET-CAFÈ

Vom 31.10. bis zum 6.11.2001 machte das mobile Internet-Café des Landesfilmdienstes Mainz in unserer Schule Station. Dies wurde von den Schülerinnen und Schülern äußerst positiv aufgenommen, so dass sich der im Schuljahr 2000/2001 neu gebildete Schulelternbeirat mit Frau Dr. Annette Stahl als Schulelternbeiratsvorsitzenden und den Mitgliedern: Frau Gabi Schmitz als Vertreterin, Frau Gabriele Lipinski, Frau Lydia Nekes und Frau Mathilde Simons in Kooperation mit dem Kolleginnenteam um die Gründung einer Computer-AG, die einmal wöchentlich in den Räumen der Grundschule stattfindet.


Schuljahr 2003/2004

Der Fremdsprachenunterricht Englisch hält Einzug. Die rheinland-pfälzische Ministerin führt eine Stunde Fremdsprachenarbeit pro Woche an allen Grundschulen ein. Vor diesem bildungspolitischen Hintergrund stoppt der Fremdsprachen-Bus in der Vischeltalschule. Die benachbarten Grundschulen reisen an, um stundenweise Englischunterricht von einem Engländer in einem roten Doppeldeckerbus zu erhalten. Die Entwicklung eines Qualitätsprogramms in jeder Grundschule in Rheinland-Pfalz bedingt die Durchführung einer Natur-Rallye mit verschiedenen Stationen im Krälinger Wald im Zusammenhang mit dem gewählten Schwerpunkt "naturnaher Sachunterricht".


Schuljahr 2004/2005

Zur Stärkung des sozialen Lernens werden Projekttage zur Gewaltprävention "Die friedliche Schule" in Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizei Koblenz durchgeführt.


Schuljahr 2005/2006

Die Qualitätsarbeit wird durch ein Vogelschutzprojekt in Zusammenarbeit mit dem Forstamt Adenau und der Gemeinde Berg durchgeführt. Am Krälinger Sportplatz werden Vogelnistkästen aufgehängt und eine jährliche Nistkastenkontrolle durch die dritten Klassen sowie die regelmäßige Teilnahme an den Waldjugendspielen in Adenau wird beschlossen. Eine Ausweitung des naturnahen zum naturwissenschaftlichen Schwerpunkt im Rahmen der Fortschreibung des Qualitätsprogramms geschieht durch die Durchführung von Projekttagen zur Astronomie unter Mitwirkung der Sternwarte Bonn und Rheinbach.


Schuljahr 2007/2008

Der Weltkindertag wird in der Verbandsgemeinde Altenahr im Rahmen der Woche der Kinderrechte erstmalig gefeiert und alle Grundschulen und Kindertagesstätten nehmen teil. Aufgrund rückläufiger Schülerzahlen in Rheinland-Pfalz bilden wir die erste Kombiklasse mit zwei zusammengefassten Schülerjahrgängen. Die Kreisverwaltung Ahrweiler führt einen Projekttag zum Thema "Umweltbewusstsein" durch. Ein Glasbläser aus Thüringen gastiert im vierjährigen Rhythmus in unserer Schule.


Schuljahr 2008/2009

Ein Schulfest anlässlich des 70jährigen Bestehens der Schule wird gefeiert. Als ehemaliger Lehrer der Schule erscheint Herr Schmitz aus Grafschaft-Lantershofen.


Schuljahr 2010/2011

Unter das Motto "Leben im Mittelalter" werden die Projekttage und das im Zweijahresrhythmus stattfindende Schulfest gestaltet.


Schuljahr 2011/2012

Unsere Schule nimmt am europäischen Schulobstprogramm mit der finanziellen Unterstützung der Europäischen Gemeinschaft teil.


Schuljahr 2012/2013

Das Land Rheinland-Pfalz richtet eine Schulbuchausleihe für alle Schülerinnen und Schüler auf Kosten der Kommunen ein. Projekttage und Schulfest laufen unter dem Motto "Zirkus".


Schuljahr 2013/2014

In diesem Schuljahr sind die Schülerzahlen weiter rückläufig. Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Koblenz legt die Zusammenlegung von Klasse 1 und 2 sowie von Klasse 3 und 4 fest. Eine Untergrenze für die Schülerzahlen wird von der Schulbehörde nicht bestimmt. In Zusammenarbeit mit dem Atelier John Gerard aus Rheinbach-Hilberath wird das Thema "Papier schöpfen" im Rahmen der Kunsterziehung mit den Schülern praktisch erprobt. Jedes Kind stellt eine selbstgeschöpfte Ansichtskarte mit jahreszeitgemäßen Motiven her.


2014-06-13 | Birgit Klersy, Schulleiterin